Axel Ruoff

Schlangenschauen

Anthologie des Arabesken

Foto: Johannes Schwartz (http://johannesschwartz.com/)

Schlangen Schauen ist eine Irrfahrt durch die Vieldeutigkeit und Vielstimmigkeit der Sprache, durch die Höhen und Abgründe der menschlichen Existenz.

Die ungewöhnliche Anthologie ist eine gewaltige Collage unterschiedlichster Texte, die in den letzten dreißig Jahren im Verlag Bibliothek der Provinz erschienen sind. Anstatt von vorne nach hinten kann sie auch kreuz und quer gelesen werden, ein Dschungel von Geschichten und Gedanken, durch den ein arabeskes Geflecht von 78 Leselinien führt, die der Wandlung verschiedener Wörter (von Ameise bis Zeit) auf der Spur sind.

Schlangen Schauen ist dreifach arabesk: in den über die Seiten hinwegspringenden Leselinien, als Textcollage sowie durch die einzelnen ausgewählten Texte, die in ihrer Darstellungsweise und Komposition arabesk sind.

Schlangen Schauen ist eine Sammlung von Bruchstücken einer Poetik des Arabesken.

ISBN: 978-3-99028-610-4

368 S.

Verlag Bibliothek der Provinz

http://www.bibliothekderprovinz.at/buch/6922/

Rezensionen

Uwe Schütte

Poetische Irrfahrt

Nein, dieses Buch ist keine Verlagsanthologie, auch wenn es sich ausschließlich auf Texte stützt, die in den letzten dreißig Jahren in der verdienstvollen Bi- bliothek der Provinz aus dem nie- derösterreichischen Weitra er- schienen sind: „Schlangen schau- en“ ist vielmehr ein Kunstwerk, ein Leseabenteuer – und eine konkrete Poetik des Arabesken. Wie man dies zu verstehen hat, das erläutert Axel Ruoff im klu- gen Vorwort des von ihm mit Ken- nerschaft zusammengestellten Bandes.

Axel Ruoff, 1971 in München geboren, studierte Literaturwis- senschaft, Philosophie und Kunst- geschichte in Berlin und Aix-en- Provence. Seit 2005 lebt er, nach fast einem Jahrzehnt in Marseille, als Autor wieder in Berlin. Sein Band „Schlangen schauen“ unter- nimmt eine Irrfahrt durch kreuz und quer verwobene Texte, eine Achterbahnfahrt durch die Viel- deutigkeit, die Vielstimmigkeit der Sprache, durch Möglichkeiten des Stils, durch die Höhen und Tiefen des Gefühls und der menschlichen Existenz.

Anhand eines ausgeklügelten thematischen Verweissystems kann man den linearen Lektüre- pfad jederzeit verlassen, um eige- ne Erkundungstouren durch rund 350 Seiten mit Textbruchstücken von Adalbert Stifter bis Herbert Achternbusch zu unternehmen. Doch welchen Weg immer man sich durch das Buch bahnt, es warten literarische Abenteuer an jeder Abzweigung.

In: Wiener Zeitung, 4./5. Februar 2017 (http://www.wienerzeitung.at/themen_channel/literatur/buecher_aktuell/871709_Poetische-Irrfahrt.html)